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Prozesse automatisieren im Mittelstand: Wo Sie anfangen

Nicht jedes Tool bringt etwas. Diese Prozesse eignen sich zuerst für Automatisierung, und so erkennen Sie Ihren stärksten Hebel.

Florian Husen7 Min. Lesezeit

Automatisierung klingt nach großem Projekt. Das ist sie selten. Sie beginnt bei einer einzigen Aufgabe, die heute Zeit frisst. Die Kunst liegt darin, die richtige zuerst zu finden.

Viele Betriebe starten beim Tool. Sie kaufen Software und suchen danach einen Einsatz dafür. Das ist die falsche Reihenfolge. Nicht jeder Prozess eignet sich. Manche bringen viel, andere kosten nur Aufwand. Wer den stärksten Kandidaten zuerst erkennt, gewinnt sofort.

Nicht jeder Prozess lohnt sich

Ein Tool allein verändert nichts. Es muss auf einen Ablauf treffen, der dafür gemacht ist. Sonst automatisieren Sie Chaos und ärgern sich danach mehr als vorher. Deshalb steht am Anfang keine Software, sondern eine ehrliche Frage: Welcher Ablauf eignet sich überhaupt?

Woran Sie einen automatisierbaren Prozess erkennen

Gute Kandidaten teilen fast immer dieselben Merkmale. Sie sind langweilig, regelmäßig und gut beschreibbar. Genau das macht sie ideal. Diese fünf Signale weisen auf einen starken Kandidaten hin.

  • Der Ablauf wiederholt sich regelmäßig, in gleicher oder ähnlicher Form.
  • Er folgt klaren Regeln, nicht dem Bauchgefühl einer Person.
  • Er fällt in hohem Volumen an, also oft am Tag oder in der Woche.
  • Daten wandern dabei von Hand von einem System ins nächste.
  • Anfang und Ende sind klar definiert, der Ablauf hat einen festen Auslöser.

Treffen drei dieser Punkte auf einen Ablauf zu, haben Sie einen starken Kandidaten gefunden. Besonders das vierte Signal ist verräterisch. Es heißt in der Fachsprache MedienbruchEin Wechsel des Mediums mitten im Ablauf. Daten werden zum Beispiel aus einer E-Mail abgetippt und in eine Software übertragen. Jeder Bruch kostet Zeit und erzeugt Fehler.. Wo einer auftaucht, lohnt der zweite Blick fast immer.

Drei Abläufe, die fast jeder Betrieb kennt

Die Theorie wird schnell konkret. Drei Beispiele tauchen im Mittelstand immer wieder auf. Klappen Sie sie auf und prüfen Sie, ob Sie etwas wiedererkennen.

Rechnungen kommen per E-Mail, als PDF, manchmal auf Papier. Jemand liest Beträge ab, tippt sie ins System und ordnet sie zu. Wiederkehrend, regelbasiert, hohes Volumen, mit klarem Medienbruch. Ein Lehrbuch-Kandidat.
Eine Kundenadresse landet im Angebot, dann im Auftrag, dann in der Lieferung. Jedes Mal von Hand. Dieselbe Information, mehrfach getippt. Jede Wiederholung ist eine Fehlerquelle und reine verlorene Zeit.
Verträge, Lieferscheine, Mails: Etwas kommt herein und muss richtig abgelegt werden. Nach klaren Regeln, immer wieder, in großer Zahl. Ein Ablauf mit festem Anfang und festem Ende.

Keines dieser Beispiele braucht eine große Strategie. Jedes hat einen klaren Auslöser, klare Regeln und ein klares Ergebnis. Genau das macht den Einstieg einfach.

Der Wendepunkt: erst der Prozess, dann das Werkzeug

Hier kippt das Denken vieler Betriebe. Die Frage lautet nicht, welches Tool am besten ist. Sie lautet: Welcher Ablauf frisst heute Zeit? Erst steht der Prozess fest, dann die Lösung. Niemals umgekehrt.

Erst der Prozess steht fest, dann das Werkzeug. Nie umgekehrt.

Diese Reihenfolge schützt vor dem häufigsten Fehler. Wer zuerst die Software kauft, biegt seine Abläufe zurecht, damit das Tool passt. Wer zuerst den Prozess versteht, sucht danach genau die Lösung, die ihn löst.

So finden Sie Ihren ersten Prozess

Sie brauchen keine Analyse-Software, um anzufangen. Drei einfache Schritte genügen, um den stärksten Kandidaten zu finden.

  1. 1

    Eine Woche beobachten

    Notieren Sie Aufgaben, die sich wiederholen. Achten Sie auf alles, was von Hand getippt oder hin und her kopiert wird.

  2. 2

    Gegen die fünf Merkmale prüfen

    Halten Sie jeden Kandidaten an die Checkliste. Wiederkehrend, regelbasiert, hohes Volumen, Medienbruch, klarer Anfang und klares Ende.

  3. 3

    Den stärksten Hebel zuerst wählen

    Wählen Sie den Ablauf mit dem höchsten Nutzen und dem geringsten Aufwand. Nicht alle auf einmal, nur diesen einen.

Mehr ist am Anfang nicht nötig. Ein klar erkannter Ablauf reicht, um den ersten spürbaren Schritt zu gehen. Der zweite ergibt sich daraus fast von selbst.

1 Prozess
genügt für den Start

Sie brauchen keine fertige Automatisierungs-Strategie. Ein einziger Ablauf, der die fünf Merkmale erfüllt, reicht für den ersten Schritt.

Im kostenlosen 30-Minuten-Hebelgespräch schauen wir gemeinsam, welcher Ablauf sich bei Ihnen zuerst lohnt. Ohne Fachchinesisch, mit Klarheit am Ende. Sie entscheiden danach in Ruhe, ob und wie es weitergeht.

Zum Weiterdenken

Welche Aufgabe erledigt in Ihrem Betrieb gerade jemand von Hand, die sich seit Jahren nie verändert hat?

Florian Husen

Gründer von FORAN

Florian Husen ist Gründer von FORAN und begleitet mittelständische Unternehmen dabei, KI genau dort einzusetzen, wo sie gebremst werden. Sein Fokus liegt auf den größten Hebeln, nicht auf der Technik.

Quellen

  1. t3n: Automatisierung im Mittelstand, sechs Prozesse mit Potenzial.
  2. Plattform Lernende Systeme: KI für kleine und mittlere Unternehmen.
  3. Bitkom: Künstliche Intelligenz in deutschen Unternehmen.

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